Gaspreise 2027: Experten erwarten bis zu 20 % höhere Kosten – lohnt sich jetzt ein Wechsel?

Stand: 19. Oktober 2026 | Finquell Energie-Ratgeber

Für viele Haushalte könnte das Heizen mit Gas im Jahr 2027 deutlich teurer werden. Eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox zeigt: Die Gasnetzentgelte steigen im bundesweiten Durchschnitt. Noch stärker könnten sich allerdings die gestiegenen Beschaffungskosten auf die Gasrechnung auswirken.

Verivox rechnet zum Jahreswechsel mit Gaspreiserhöhungen zwischen 10 und 20 Prozent – abhängig vom bisherigen Tarif. Für Eigentümer eines Einfamilienhauses könnten dadurch Mehrkosten von bis zu 500 Euro jährlich entstehen.

Doch nicht jeder Haushalt muss automatisch mehr bezahlen. Bestehende Preisgarantien, regionale Unterschiede und der eigene Gastarif beeinflussen die tatsächliche Entwicklung.

Wer seine Gasrechnung jetzt überprüft, kann frühzeitig feststellen, ob günstigere Alternativen verfügbar sind.

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Warum könnten die Gaspreise 2027 steigen?

Mehrere Entwicklungen setzen die Gaspreise unter Druck. Besonders wichtig sind die gestiegenen Beschaffungskosten und die regionalen Netzentgelte.

1. Gasbeschaffung ist deutlich teurer geworden

Gasversorger kaufen Erdgas am Großhandelsmarkt ein. Verivox berichtet in seiner Analyse vom 19. Oktober 2026 von einem erheblichen Anstieg der Großhandelspreise gegenüber Februar 2025.

Diese zusätzlichen Kosten könnten Energieversorger in den kommenden Monaten über Preisanpassungen an ihre Kunden weitergeben.

Wie stark sich das im Einzelfall auswirkt, hängt insbesondere davon ab, wann ein Anbieter Gas eingekauft hat und welche Preisvereinbarungen im jeweiligen Vertrag gelten.

2. Gasnetzentgelte steigen im Bundesdurchschnitt

Die Gebühren für den Betrieb und die Instandhaltung der Gasnetze werden 2027 voraussichtlich um durchschnittlich 3 Prozent steigen.

Für ein Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet das rechnerisch rund 19 Euro zusätzliche Kosten im Jahr.

Regional gibt es deutliche Unterschiede. In manchen Gebieten steigen die Gebühren stärker, während sie andernorts leicht sinken.

Wichtig: Der Anstieg der Netzentgelte um 3 Prozent ist nicht mit einer Erhöhung des gesamten Gaspreises um 3 Prozent gleichzusetzen.

3. Nicht alle Gasverträge entwickeln sich gleich

Kunden in der Grundversorgung können andere Preise bezahlen als Verbraucher mit einem Sondervertrag.

Auch bestehende Preisgarantien können vor bestimmten Preisanpassungen schützen. Entscheidend ist, welche Preisbestandteile von der Garantie abgedeckt sind und wie lange diese gilt.

Deshalb lohnt sich ein individueller Vergleich mehr als eine pauschale Empfehlung zum Anbieterwechsel.

Gaspreise 2027: Wie viel teurer könnte es werden?

Die folgende Beispielrechnung zeigt, welche Auswirkungen eine Erhöhung des gesamten bisherigen Jahrespreises haben könnte.Bisherige GaskostenBei +10 %Bei +20 %1.200 € jährlich1.320 €1.440 €1.800 € jährlich1.980 €2.160 €2.500 € jährlich2.750 €3.000 €

Bei bisher 2.500 Euro jährlichen Gaskosten würde eine vollständige Preiserhöhung von 20 Prozent beispielsweise 500 Euro Mehrkosten im Jahr bedeuten.

Das sind Modellrechnungen auf Grundlage der aktuellen Prognosespanne und keine garantierten Preissteigerungen.

Wer seinen Gastarif seit längerer Zeit nicht überprüft hat, sollte insbesondere den Arbeitspreis, den Grundpreis und das Ende einer möglichen Preisgarantie kontrollieren.

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Sollte man den Gasvertrag noch 2026 wechseln?

Ein sofortiger Wechsel ist nicht für jeden Haushalt sinnvoll. Wer bereits einen günstigen Tarif mit laufender Preisgarantie besitzt, sollte zunächst prüfen, ob ein Wechsel überhaupt möglich und wirtschaftlich attraktiv ist.

Anders kann es bei einem teuren Grundversorgungstarif oder einem bald auslaufenden Vertrag aussehen.

Ein Gasvergleich zeigt, welche Tarife für die eigene Postleitzahl angeboten werden und welche Gesamtkosten daraus entstehen können.

Dabei sollten Verbraucher auf folgende Vertragsmerkmale achten:

  • Arbeitspreis: Wie viel kostet eine Kilowattstunde Gas?
  • Grundpreis: Welche festen jährlichen Kosten kommen hinzu?
  • Preisgarantie: Wie lange und für welche Preisbestandteile gilt sie?
  • Vertragslaufzeit: Wie lange bleibt man an den Tarif gebunden?
  • Kündigungsfrist: Wann ist der nächste Wechsel möglich?
  • Neukundenbonus: Wie entwickeln sich die Kosten nach dem ersten Vertragsjahr?

Auch eine längere Preisgarantie hat Vor- und Nachteile: Sie kann vor bestimmten Erhöhungen schützen, aber bei fallenden Marktpreisen einen günstigeren Wechsel erschweren.

Finquell-Tipp: Vergleichen Sie die jährlichen Gesamtkosten mit und ohne einmalige Boni. Der auf den ersten Blick günstigste Tarif ist nicht zwangsläufig langfristig die wirtschaftlichste Lösung.

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Welche Gasanbieter kann man vergleichen?

Neben dem allgemeinen Gasvergleich können sich Verbraucher auch gezielt über einzelne Anbieter und unterschiedliche Tarifmodelle informieren.

EnBW: Gastarife und Preisgarantien prüfen

Wer sich für einen klassischen Gastarif interessiert, kann die verfügbaren Konditionen von EnBW prüfen. Entscheidend sind der individuelle Jahrespreis und die angebotenen Vertragsbedingungen.

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LichtBlick: Gas und Biogas-Angebote kennenlernen

Für Verbraucher, die neben dem Preis auch Wert auf die Zusammensetzung ihres Gastarifs legen, kann ein Blick auf unterschiedliche Biogasanteile interessant sein.

Dabei sollte geprüft werden, welche konkreten Eigenschaften und Kosten das jeweilige Angebot hat.

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Green Planet Energy: Ökogas-Tarife prüfen

Auch Green Planet Energy bietet einen eigenen Ansatz im Gasbereich. Interessierte sollten die verfügbaren Tarifmerkmale, Preisbestandteile und Vertragsbedingungen vergleichen.

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Diese Anbieter sind Beispiele und keine pauschale Rangliste der günstigsten Gastarife. Welcher Vertrag sich tatsächlich lohnt, hängt vom Wohnort, Verbrauch und aktuellen Angebot ab.

Gaspreiserhöhung erhalten? Sonderkündigungsrecht prüfen

Wenn ein Energieversorger den Gaspreis erhöht, besteht grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht.

Verbraucher können ihren Vertrag in der Regel zu dem Zeitpunkt beenden, an dem die angekündigte Preiserhöhung wirksam werden soll.

Wichtig ist, die Frist einzuhalten. Bei einer Sonderkündigung wegen einer Preiserhöhung empfiehlt die Verbraucherzentrale, selbst beim bisherigen Anbieter zu kündigen und sich nicht ausschließlich auf den neuen Versorger zu verlassen.

Die Mitteilung über eine Preiserhöhung sollte sorgfältig gelesen werden. Nicht jede angekündigte Änderung ist automatisch zulässig – beispielsweise können bestehende Preisgarantien eine Rolle spielen.

Wer betroffen ist, sollte den bisherigen Vertrag und verfügbare Alternativen vergleichen, bevor er eine neue Bindung eingeht.

Häufige Fragen zu den Gaspreisen 2027

Werden die Gaspreise 2027 wirklich um 20 Prozent steigen?

Das lässt sich noch nicht für jeden Haushalt vorhersagen. Verivox erwartet zum Jahreswechsel 2027 je nach Tarif Erhöhungen zwischen 10 und 20 Prozent. Die tatsächliche Preisentwicklung kann davon abweichen.

Sind Mieter ebenfalls betroffen?

Ja, steigende Gaskosten können sich auch auf Mieter auswirken, wenn das Gebäude zentral mit Gas beheizt wird. Die Kosten können dann über die Heiz- beziehungsweise Betriebskostenabrechnung relevant werden. Mieter ohne eigenen Gasliefervertrag können den Versorger allerdings nicht selbst wechseln.

Muss ich wegen der Prognose sofort einen neuen Vertrag abschließen?

Nein. Zunächst sollte geprüft werden, wie günstig der bestehende Vertrag ist, welche Kündigungsfristen gelten und welche Angebote aktuell verfügbar sind.

Was benötige ich für einen Gasvergleich?

In der Regel reichen die Postleitzahl und der jährliche Gasverbrauch in Kilowattstunden. Der Verbrauch steht meist auf der letzten Jahresabrechnung.

Kann ein Wechsel tatsächlich Geld sparen?

Ja, wenn ein geeigneter neuer Tarif niedrigere Gesamtkosten verursacht. Die Ersparnis hängt vom bisherigen Vertrag, Verbrauch und aktuellen Angebot ab und ist nicht garantiert.

Fazit: Gaspreise 2027 könnten steigen – jetzt den eigenen Vertrag überprüfen

Die aktuellen Prognosen geben Verbrauchern Anlass, ihre Energiekosten genauer zu betrachten.

Steigende Netzentgelte und höhere Beschaffungskosten könnten das Heizen mit Erdgas im Jahr 2027 verteuern. Gleichzeitig unterscheiden sich die Preise der einzelnen Gastarife erheblich.

Der wichtigste Schritt ist deshalb nicht ein überstürzter Vertragsabschluss, sondern ein rechtzeitiger und sorgfältiger Vergleich.

Prüfen Sie, ob Ihr bisheriger Gastarif noch zu Ihrem Verbrauch und Budget passt.

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Transparenzhinweis: Finquell kann bei einem vermittelten Vertragsabschluss eine Provision erhalten. Für Verbraucher entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten durch Finquell. Die tatsächlichen Vertragsbedingungen und Preise ergeben sich aus dem jeweiligen Anbieterangebot.

Quellen und weiterführende Informationen

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