
LichtBlick Gas 2027: Wie nachhaltig sind 10 %, 30 % oder 100 % Biogas wirklich?
Finquell Energieratgeber | Aktualisiert am 11. Oktober 2026 | Lesezeit: ca. 7 Minuten
Wer mit Gas heizt, stellt sich angesichts steigender Anforderungen an den Klimaschutz eine wichtige Frage: Kann ich meine bestehende Gasheizung umweltbewusster betreiben, ohne gleich die gesamte Heizungsanlage auszutauschen?
LichtBlick bietet hierfür verschiedene Gastarife mit Biogasanteil an. Doch wie nachhaltig sind diese Angebote wirklich? Und worin unterscheiden sich 10 %, 30 % und 100 % Biogas?
Gerade jetzt, wenige Wochen vor dem Jahreswechsel 2026/2027, lohnt sich ein genauer Blick.
Wir erklären die Unterschiede, zeigen die wichtigsten Vorteile und Grenzen und verraten, worauf Sie vor einem möglichen Gasanbieterwechsel achten sollten.
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1. Was bedeutet Ökogas eigentlich?
Ökogas klingt zunächst nach besonders umweltfreundlichem Gas. Allerdings ist der Begriff allein noch kein Beleg dafür, dass ein Produkt vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt.
Es gibt unterschiedliche Ansätze, die Klimabilanz eines Gasprodukts zu verbessern.
Besonders interessant ist dabei Biogas beziehungsweise Biomethan.
Biogas entsteht durch die Vergärung organischer Materialien. Dazu können beispielsweise landwirtschaftliche Reststoffe und andere geeignete biologische Abfälle gehören.
Wird Biogas zu Biomethan aufbereitet, kann es in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden.
Das bedeutet: Haushalte können einen Gastarif mit Biogasanteil nutzen, ohne dass dafür grundsätzlich eine neue Gasleitung erforderlich ist.
Entscheidend ist der tatsächliche Biogasanteil
Ein Gastarif mit 10 % Biogas ist etwas anderes als ein Tarif mit 100 % Biogas.
Auch die Herkunft und Herstellung spielen für die Klimabilanz eine wichtige Rolle.
Gut zu wissen: Im Gasnetz werden unterschiedliche Gasmengen vermischt. Der vertraglich zugesagte Biogasanteil wird daher bilanziell zugeordnet und durch entsprechende Nachweise dokumentiert.
2. LichtBlick Gas: Diese drei Varianten gibt es
LichtBlick unterscheidet aktuell drei Gasangebote mit unterschiedlichen Biogasanteilen.
🌱 LichtBlick Gas – mindestens 10 % Biogas
Beim klassischen LichtBlick-Gastarif werden im Jahresmittel mindestens 10 % Biogas bilanziell zugeordnet.
Damit enthält das Produkt einen erneuerbaren Anteil. Der überwiegende Teil bleibt allerdings konventionelles Gas.
Diese Variante kann für Haushalte interessant sein, die zunächst einen kleineren Biogasanteil wählen möchten.
🌿 LichtBlick Gas Plus – mindestens 30 % Biogas
LichtBlick Gas Plus sieht im Jahresmittel einen Biogasanteil von mindestens 30 % vor.
Damit liegt der erneuerbare Anteil deutlich höher als beim Basistarif.
Allerdings besteht auch dieses Produkt weiterhin zu einem erheblichen Anteil aus nicht erneuerbarem Gas.
Für Verbraucher, die einen höheren Biogasanteil wünschen, kann Gas Plus eine interessante Möglichkeit darstellen.
🍃 LichtBlick BioGas – 100 % Biogas
Das BioGas-Produkt von LichtBlick basiert auf einer vollständigen bilanziellen Zuordnung von Biogas aus Rest- und Abfallstoffen.
Damit unterscheidet es sich grundlegend von Tarifen, bei denen nur ein Teil der Gasmenge durch Biomethan ersetzt wird.
Dennoch gilt: Auch beim Verbrennen von Biomethan wird CO₂ freigesetzt. Eine vollständige Biogaszuordnung bedeutet deshalb nicht, dass das Heizen emissionsfrei ist.
Unser Tipp: Entscheiden Sie nicht allein anhand des Produktnamens. Prüfen Sie die Herkunft des Biogases, die Vertragsbedingungen und die jährlichen Gesamtkosten.
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3. Ist LichtBlick BioGas wirklich klimafreundlicher?
Diese Frage ist besonders wichtig.
Grundsätzlich kann Biomethan fossiles Erdgas ersetzen und dadurch die Treibhausgasbilanz verbessern.
Wie groß dieser Vorteil ausfällt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab.
✅ Was für Biogas spricht
- Biomethan kann fossiles Erdgas teilweise oder vollständig ersetzen.
- Organische Rest- und Abfallstoffe können energetisch genutzt werden.
- Die vorhandene Gasinfrastruktur kann weiterhin verwendet werden.
- Nachhaltigkeits- und Herkunftsnachweise können die eingesetzten Mengen dokumentieren.
- Die Treibhausgasemissionen können gegenüber herkömmlichem Erdgas sinken.
🔎 Was Verbraucher kritisch prüfen sollten
Nicht jedes Biogasprodukt hat automatisch dieselbe Klimabilanz.
Entscheidend sind unter anderem:
- Die Herkunft der verwendeten Rohstoffe
- Der Energieaufwand für Herstellung und Aufbereitung
- Mögliche Methanverluste bei Produktion und Transport
- Die Nachvollziehbarkeit der Herkunftsnachweise
- Die Treibhausgasbilanz über den gesamten Lebenszyklus
LichtBlick gibt an, dass sein BioGas-Produkt im Vergleich zu herkömmlichem Erdgas in der Gesamtbilanz weniger als die Hälfte der CO₂-Emissionen verursacht.
Diese Angabe bezieht sich auf die vom Anbieter dargestellte Produktbilanz und sollte entsprechend eingeordnet werden.
Unser Fazit: Ein hoher Biogasanteil kann ein wichtiger Schritt zur Verringerung fossiler Emissionen sein. Er macht das Heizen mit Gas aber nicht automatisch klimaneutral.
4. Welcher Biogasanteil passt zu welchem Haushalt?
Die richtige Entscheidung hängt vor allem von den persönlichen Prioritäten ab.
10 % Biogas: Kann interessant sein, wenn Sie zunächst einen kleineren erneuerbaren Anteil wählen möchten.
30 % Biogas: Kommt infrage, wenn Sie einen höheren Biogasanteil bevorzugen, aber verschiedene Kostenoptionen abwägen möchten.
100 % Biogas: Kann für Verbraucher interessant sein, die möglichst vollständig auf bilanziell zugeordnetes Biomethan setzen möchten.
Eine pauschale Empfehlung wäre unseriös. Schließlich können sich die verfügbaren Preise und Vertragsbedingungen je nach Wohnort und Verbrauch unterscheiden.
Deshalb sollten Sie immer den vollständigen Jahrespreis betrachten.
5. LichtBlick Gaspreise 2027: Worauf kommt es an?
Viele Haushalte konzentrieren sich beim Gasvergleich ausschließlich auf den Arbeitspreis.
Das ist verständlich, reicht aber nicht aus.
Ein Gastarif besteht üblicherweise aus zwei wesentlichen Preisbestandteilen:
Arbeitspreis: Der Betrag, den Sie für jede verbrauchte Kilowattstunde Gas bezahlen.
Grundpreis: Die festen Kosten, die unabhängig vom tatsächlichen Verbrauch entstehen.
Beispiel: 1 Cent Unterschied kann viel ausmachen
Ein Haushalt verbraucht jährlich 15.000 kWh Gas.
Unterscheiden sich zwei Tarife beim Arbeitspreis um nur einen Cent pro Kilowattstunde, ergibt sich bereits eine Differenz von:
150 Euro im Jahr.
Dabei sind mögliche Unterschiede beim Grundpreis noch nicht berücksichtigt.
Bei einem höheren Gasverbrauch wird der Arbeitspreis entsprechend wichtiger.
Deshalb sollten Sie fünf Dinge vergleichen:
- Den Arbeitspreis pro Kilowattstunde
- Den monatlichen oder jährlichen Grundpreis
- Die Vertragslaufzeit
- Die Preisgarantie einschließlich möglicher Ausnahmen
- Den vertraglich zugesagten Biogasanteil
Gerade mit Blick auf 2027 kann es sinnvoll sein, den bestehenden Gastarif noch einmal zu überprüfen.
Ob ein Wechsel tatsächlich günstiger ist, lässt sich nur anhand konkreter Angebote beurteilen.
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6. Warum der Jahreswechsel 2026/2027 ein guter Zeitpunkt für einen Tarifcheck ist
Es ist bereits Oktober 2026. Das Jahr 2027 rückt näher.
Viele Verbraucher beschäftigen sich angesichts der Heizperiode mit ihrem Gasverbrauch und den laufenden Energiekosten.
Ein Tarifcheck ist besonders sinnvoll, wenn:
- Ihr bestehender Vertrag demnächst ausläuft.
- Sie eine Preisanpassung erhalten haben.
- Sie noch einen älteren Gastarif nutzen.
- Sie Ihren Gasverbrauch inzwischen genauer kennen.
- Sie einen höheren Biogasanteil bevorzugen.
- Sie Ihre Heizkosten für 2027 besser planen möchten.
Dabei muss ein Wechsel nicht automatisch die beste Lösung sein.
Wer bereits einen günstigen Vertrag mit passenden Bedingungen besitzt, sollte diesen nicht vorschnell aufgeben.
Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zusammen betrachten
Ein Gastarif kann preislich attraktiv sein und trotzdem nur einen geringen erneuerbaren Anteil enthalten.
Umgekehrt kann ein höherer Biogasanteil mit anderen Kosten verbunden sein.
Deshalb empfehlen wir, beide Seiten gemeinsam zu betrachten.
7. Kann ich mit meiner bisherigen Gasheizung Biogas nutzen?
In der Regel ist für einen gewöhnlichen Tarifwechsel zu einem Angebot mit bilanziell zugeordnetem Biomethan kein Umbau der bestehenden Gasheizung erforderlich.
Die Versorgung erfolgt weiterhin über das vorhandene Gasnetz.
Das macht entsprechende Angebote besonders für Haushalte interessant, die aktuell noch eine Gasheizung nutzen.
Allerdings sollte man zwei Dinge unterscheiden:
Ein Gasanbieterwechsel verändert die vertragliche Energieversorgung.
Ein Heizungswechsel betrifft dagegen die langfristige technische Wärmeversorgung eines Gebäudes.
Wer in den kommenden Jahren ohnehin eine neue Heizung plant, sollte auch andere Wärmetechnologien und geltende gesetzliche Anforderungen berücksichtigen.
Ein Biogastarif ersetzt nicht automatisch eine langfristige Heizungsplanung.
8. Sieben Punkte, die Sie vor einem Gaswechsel prüfen sollten
Bevor Sie einen neuen Vertrag abschließen, hilft diese Checkliste:
✅ 1. Jahresverbrauch ermitteln
Den tatsächlichen Verbrauch finden Sie auf Ihrer letzten Gasabrechnung.
✅ 2. Bestehenden Tarif prüfen
Notieren Sie Ihren aktuellen Arbeitspreis und Grundpreis.
✅ 3. Vertragslaufzeit kontrollieren
Klären Sie, wann Ihr Vertrag endet und welche Kündigungsbedingungen gelten.
✅ 4. Biogasanteil vergleichen
Prüfen Sie, ob Ihnen ein kleinerer Anteil genügt oder ob Sie möglichst viel Biomethan bevorzugen.
✅ 5. Preisgarantie verstehen
Nicht jede Preisgarantie deckt sämtliche Preisbestandteile ab.
✅ 6. Gesamtkosten berechnen
Entscheidend ist der Jahrespreis für Ihren tatsächlichen Gasverbrauch.
✅ 7. Vertragsbedingungen lesen
Achten Sie vor dem Abschluss auf Laufzeit, Kündigung, Zahlungsbedingungen und den möglichen Lieferbeginn.
Mit diesen Informationen lässt sich eine deutlich fundiertere Entscheidung treffen.
9. Häufige Fragen zu LichtBlick Gas und BioGas
Ist LichtBlick Gas automatisch Ökogas?
LichtBlick bietet verschiedene Gasprodukte mit Biogasanteil an. Je nach Tarif beträgt dieser im Jahresmittel mindestens 10 %, mindestens 30 % oder 100 %. Die Produkte unterscheiden sich daher erheblich.
Ist LichtBlick BioGas vollständig CO₂-frei?
Nein. Auch bei der Verbrennung von Biomethan entstehen CO₂-Emissionen. Die Klimabilanz kann gegenüber fossilem Erdgas günstiger ausfallen, ist aber nicht emissionsfrei.
Muss ich für LichtBlick BioGas meine Heizung austauschen?
Für einen gewöhnlichen Tarifwechsel ist normalerweise kein Austausch der Gasheizung erforderlich. Die Versorgung erfolgt weiterhin über das vorhandene Gasnetz.
Was ist der Unterschied zwischen LichtBlick Gas und Gas Plus?
Der wichtigste Unterschied ist der Biogasanteil. LichtBlick Gas enthält im Jahresmittel mindestens 10 % Biogas, Gas Plus mindestens 30 %.
Ist LichtBlick BioGas teurer als normales Gas?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Die tatsächlichen Preise hängen vom verfügbaren Angebot, dem Wohnort, dem Verbrauch und den Vertragsbedingungen ab.
Kann ich LichtBlick Gas schon für 2027 vergleichen?
Sie können aktuelle Angebote prüfen. Ob ein bestimmter Lieferbeginn im Jahr 2027 möglich ist, hängt von den verfügbaren Vertragsbedingungen und Ihrem bisherigen Gasvertrag ab.
10. Weitere Informationen rund um Ökogas und Gaspreise
Wer sich noch ausführlicher mit nachhaltigem Gas beschäftigen möchte, findet bei Finquell weitere hilfreiche Ratgeber.
🌍 Ökogas 2027: Wie nachhaltig ist grünes Gas wirklich?
In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Unterschiede es zwischen verschiedenen Formen von Ökogas gibt und worauf es beim Klimaschutz ankommt.
📊 Verivox Gasvergleich 2026/2027: 9 Tipps für bessere Gastarife
Hier erfahren Sie, worauf Verbraucher bei einem umfassenden Gaspreisvergleich achten sollten.
Entdecken Sie weitere Möglichkeiten, Gasangebote zu prüfen und sich über Gastarife zu informieren.
11. Unser Fazit: LichtBlick Gas kann eine interessante Option für bewusste Verbraucher sein
LichtBlick bietet mit seinen unterschiedlichen Biogasanteilen verschiedene Möglichkeiten, den fossilen Anteil der vertraglich bezogenen Gasmenge zu verringern.
Die Unterschiede sind dabei erheblich.
Während der Basistarif einen Biogasanteil von mindestens 10 % vorsieht, liegt dieser bei Gas Plus bei mindestens 30 %.
Das BioGas-Produkt basiert dagegen auf 100 % bilanziell zugeordnetem Biomethan aus Rest- und Abfallstoffen.
Besonders wichtig ist jedoch: Ein hoher Biogasanteil ersetzt keinen sorgfältigen Blick auf die Kosten und Vertragsbedingungen.
Wer sich mit Blick auf 2027 neu orientieren möchte, sollte deshalb drei Fragen beantworten:
- Wie hoch sind meine jährlichen Gaskosten?
- Welchen Biogasanteil wünsche ich mir?
- Welche Vertragsbedingungen passen zu meiner persönlichen Situation?
So lässt sich eine Entscheidung treffen, die sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt.
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